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Stress zum Fest der Liebe

Neubiberg  -  Es ist wieder soweit, das Jahr neigt sich dem Ende zu und Weihnachten steht bald vor der Tür. Dies bringt leider nicht immer nur Positives mit sich. Psychologe Prof. Bernhard Leipold von der Universität der Bundeswehr München äußerte sich im Interview zum Thema Weihnachtsstress.

1. In welchen Bereichen kann die Weihnachtszeit zu einer stressigen Belastung werden und wie kann man dieser entgehen?
Die Schlangen in den Geschäften werden länger, Züge und Autobahnen sind vor Weihnachten verstopfter und die Familie versammelt sich und hofft, dass es feierlich wird und der Stress ausbleibt. Unsere Erwartungen, dass es etwas ganz Besonderes werden soll, erhöhen die Anspannung. Um Stress zu vermeiden, sollte man rechtzeitig planen und einige Geschenke schon früher besorgen. Vielleicht lassen sich manche Termine auch in das neue Jahr verschieben.

2. Nicht jeder ist kreativ genug, um die richtigen Geschenke zu finden - was tun, wenn ein Geschenk nicht so gut ankommt und wie verhindere ich unangenehme Momente?
Der Sinn des Schenkens wird verfehlt, wenn es bloß aus dem Drang heraus geschieht, besonders kreativ zu sein. Wenn sich die Adressaten nicht besonders freuen, ist das schade, aber nichts Außergewöhnliches. Wenn ich glaube, dass ich mehr Respekt und Dankbarkeit ernte, je teurer und exklusiver meine Geschenke sind, habe ich einen entscheidenden Punkt nicht verstanden. Wenn ich anderen etwas schenke, gebe ich etwas von mir - ohne vertragliche Absicherung oder Garantie. In dieser Offenheit liegt der Charme des Schenkens. Die Beschenkten sollten frei darin sein, wie sie auf Geschenke reagieren. Ansonsten hätten wir es mit Bestechung zu tun. Ich glaube, entscheidend ist, dass uns die zu Beschenkenden wichtig sind und deutlich wird, dass wir uns Mühe gegeben haben.

3. Die Emotionen zum Weihnachtsfest können bei vielen Familien auch Streit auslösen. Wieso ist das so und wie lassen sich solche Konflikte bewältigen?
Streit ist Ausdruck von Gefühlen wie Ärger und Aggression, die hochkochen, wenn soziale Normen verletzt werden und Menschen sich gekränkt oder provoziert fühlen. Die Erwartungen an uns oder unsere Ansprüche, eine perfekte Rolle zu spielen und allen gerecht zu werden, sind an Weihnachten bei manchen besonders hoch. Es soll für die Großeltern, Eltern und Kinder schön werden. Das macht sensibel. Ich denke, wir drehen an unterschiedlichen Schrauben: Lassen sich die Ursachen des Konflikts strategisch beseitigen, indem ich mein Umfeld korrigiere, oder wie lerne ich zu akzeptieren oder nachzugeben? Wie kann man zwischen Parteien vermitteln und Gemeinsamkeiten finden? Über "die" gute Bewältigungsform können wir lange diskutieren. Dazu erscheint ständig Ratgeberliteratur, was zeigt, wie sehr diese Fragen uns Menschen beschäftigen.

4. Das Fest der Liebe löst nicht bei jedem Glücksgefühle aus. Die Weihnachtszeit ist eher eine kalte und dunkle Jahreszeit. Dies drückt vielen Menschen auf die Stimmung. Was kann man tun, um sich davon nicht beeinflussen zu lassen?
Selbst aktiv werden, an die frische Luft gehen und Wintersport machen. Wenn man die Kälte scheut, gemeinsam etwas kochen, backen, basteln, spielen, Filme schauen, etwas lesen, Musik hören oder machen, ins Museum gehen, die Chance nutzen, sich zu besinnen. Kurz: Der Kälte in die Augen blicken.

(Quelle: Prof. Leipold - Pressestelle UniBwM)


Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Sondierungsgespräche für eine "Jamaika-Koalition" sind gescheitert. Doch wie kann es weiter gehen? Der Politikwissenschaftler Prof. Franz Kohout von der Universität der Bundeswehr München stellt folgende Alternativen vor:



1. Koalitions- bzw. Sondierungsgespräche mit anderen Parteien
CDU/CSU haben zusammen mit der SPD eine Mehrheit im neu gewählten Bundestag. Nachdem die SPD die Oppositionsrolle gewählt hat, scheint die "Große" Koalition nicht möglich zu sein. Dennoch gibt es diese Möglichkeit. Für die SPD wäre dies auch nicht die schlechteste, denn sie kann sich als Retter in der Krise geben. Und es gibt durch die guten Staatsfinanzen auch Verteilungsspielräume, was für die SPD wohl wichtiger wäre als für die Union. Die SPD müsste nur ihr "Nein" nach der Bundestagswahl überwinden. Dies ginge wohl nur, wenn der Bundespräsident die SPD an ihre staatspolitische Verantwortung erinnern würde. Und dies wird er machen.

2. Eine Minderheitsregierung
Eine solche gab es am Anfang einer Legislaturperiode in Deutschland noch nie. Das heißt aber nicht, dass dieses Projekt nicht möglich wäre. CDU/CSU und FDP aber auch CDU/CSU und GRÜNE könnten die Regierung stellen und vor allem die SPD könnte und müsste sie tolerieren. Die inhaltlichen Schnittmengen wären vorhanden. Hannelore Kraft hat vor einigen Jahren in NRW gezeigt, dass Minderheitsregierungen durchaus erfolgreich sein können. Ein Versuch wäre es wert. Scheitert eine Minderheitsregierung nach ein bis zwei Jahren, dann wären Neuwahlen auch viel leichter zu legitimieren.

3. Neuwahlen
Neuwahlen lässt das Grundgesetz nur unter sehr restriktiven Voraussetzungen zu. Neuwahlen können vom Bundestag und den Parteien nicht selbst herbeigeführt werden. Nur der Bundespräsident kann diesen Weg ausnahmsweise eröffnen. Hier hat der Bundespräsident tatsächlich auch einen politischen Spielraum. Vor allem geht es um die Legitimität von Neuwahlen. Man kann nicht so lange wählen bis das Ergebnis passt. Außerdem ist nicht gesagt, dass Neuwahlen nicht in etwa die gleichen Ergebnisse bringen würden. Neuwahlen gingen nur über den Art. 63 GG - die Wahl des Bundeskanzlers. Wenn in zwei Wahlgängen nicht die absolute Mehrheit für einen Kanzler oder eine Kanzlerin erreicht würde, dann würde in einem dritten Wahlgang die einfache Mehrheit genügen. Der Bundespräsident könnte dann die so gewählte Person zum Kanzler ernennen oder den Bundestag auflösen. Das Ergebnis wären Neuwahlen. Die wird der Bundespräsident aber nur dann ermöglichen, wenn die oben genannten zwei ersten Varianten wirklich nicht zu machen sind.


Universität der Bundeswehr München
Michael Brauns
Pressesprecher
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